Verbraucherrecht


Auszug aus einer Veröffentlichung der Verbraucher-Zentrale NRW
www.vz-nrw.de

Reiserecht


Recht bei Reisepreiszahlungen

Seit dem 1.1.1997 darf der Veranstalter eine Anzahlung auf den Reisepreis nur noch verlangen, wenn dem Reisenden zuvor ein sogenannter Sicherungsschein übergeben wird. Mit dem Sicherungsschein wird dem Reisenden durch eine Bankbürgschaft oder durch eine Versicherung bestätigt, daß ihm der volle Reisepreis und die notwendigen Kosten für die Rückreise erstattet werden, falls der Reiseveranstalter Konkurs anmeldet oder zahlungsunfähig wird.

Tipps
Sie sollten bei jeder Buchung - auch bei Last-Minute-Reisen - unbedingt auf folgende Punkte achten:

  1. Keine Anzahlung ohne Übergabe eines Sicherungsscheins leisten.
  2. Der Sicherungsschein kann verschieden aussehen:
    - als gesonderter Beleg mit Aushändigung der    Reisepapiere vor Reiseantritt.
    - als Abdruck auf der Rückseite der Reisebestätigung
    - als Ausdruck über ein EDV-Reservierungssystem (z.B.Start)
  3.  Folgende Mindestangaben auf dem Schein dürfen nicht fehlen:
    - Sicherungsgeber (Versicherung oder Bank) mit Anschrift
    - Reiseveranstalter
    - die fortlaufende Nummer des Sicherungsscheins
    - die Geltungsdauer
    - welche Leistung in welcher Höhe erstattungsfähig ist
    - notwendige Informationen zur Abwicklung eines Versicherungsfalls
  4. Den Sicherungsschein sollte man gut aufbewahren und ihn keinesfalls an das Reisebüro zurückgeben, da mit gebrauchten Sicherungsscheinen bereits Betrügereien vorgekommen sind.
  5. Im Zweifel bei der angegebenen Versicherung oder Bank einfach fragen, ob tatsächlich eine gültige Insolvenzversicherung besteht. Falls nicht, kann der Reisevertrag fristlos gemäß §242 BGB gekündigt werden. Dann sollte auch das Gewerbeaufsichtsamt und die Verbraucherzentrale verständigt werden.
  6. Falls Reiseveranstalter, obwohl nach dem Gesetz vorgeschrieben, die Übergabe des Sicherungsscheines  verweigern und Anzahlungen fordern, hat der Kunde drei Möglichkeiten:
    - Am besten bucht er bei solchen Reiseveranstaltern gar keine Reise.
    - Er kann sich auf den bestehenden Vertrag und das Reisegesetz berufen und muss eine Zahlung vor Reisebeginn nur dann vornehmen, wenn ihm gleichzeitig der Sicherungsschein ausgehändigt wird. Andernfalls braucht er, jedenfalls theoretisch, den Reisepreis erst nach Ende der Reise zahlen.
    - Der Kunde kann den Sicherungsschein bis zu einer selbstgesetzten Frist einfordern und andernfalls mit Rücktritt drohen. Nach Ablauf dieser Frist darf er Schadenersatz verlangen bzw. vom vom Vertrag zurücktreten.
  7. Falls der Reiseveranstalter zwar einen Sicherungsschein übergibt, aber sofort den gesamten Reisepreis kassieren will, kann sich der Kunde nach Meinung der Verbraucher-Zentrale weigern, mehr als die bisher übliche Anzahlung zu berappen. Die Rechtlage hierzu ist jedoch ungeklärt.